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Rede von Hugo Elkemann (verhindert), Grobentwurf nachbearbeitet und gehalten von Renate Haake (beide – Friedenskooperative Münster) auf der Abschlusskundgebung der Osterfriedensfahrraddemo vor der Manfred-von-Richthofen-Kaserne in Münster am 3.4.21

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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

jetzt sind wir am eigentlichen Ziel unserer Osterfahrradtour angekommen.

Warum ist uns das hier so wichtig? Warum wollten wir euch gerade diese Kaserne zeigen? Ihr werdet sagen: Die kennen wir doch.

Wir wollen das, weil hier etwas geplant wird, was uns einem gefährlichen Krieg näherbringt.

Münster könnte bei einem Krieg gegen Russland der erste und wichtigste Angriffspunkt werden.

Wir, unsere Freunde, unsere Nachbarn, unsere Kinder, unsere Enkel.

Ihr werdet fragen: Wieso behaupte ich so etwas?

Vielleicht habt ihr auch in den letzten Jahren ganz anderes über die Manfred-von-Richthofen-Kaserne gehört.

Richtig! Hier sollte Konversion geschehen.

800 Wohnungen sollten gebaut werden.

Brauchen wir die nicht viel nötiger?

Es gibt doch eine große Wohnungsnot in Münster!

Bei der Blücherkaserne hat es tatsächlich geklappt mit der Konversion. Was daraus wird, wissen wir noch nicht.

Aber bei der M.-v.-R.-K.?

Da hat man es sich auf einmal anders überlegt.

Die Nato, die unsere Regierung, die Bundeswehr sagen: Diese Kaserne wird jetzt gebraucht.

Im Bundeswehrjargon heißt das: Die Standortfreigabe wurde widerrufen.

Aber wozu wird sie gebraucht?

AKK, unsere Verteidigungsministerin, hat dazu einiges gesagt, als sie in Münster das Deutsch-Niederländische Korps besucht hat.

Hauptbetätigungsfeld sollen jetzt nicht mehr die Interventionskriege irgendwo auf der Welt sein, sondern die sogenannte Landesverteidigung.

Ist das zu unserem Schutz gemeint?

Es geht doch wohl eher um eine kriegerische Planung gegen Russland und auch gegen China.

Und dafür braucht die Nato eine bessere Logistik.

Im letzten Jahr war dafür das Manöver Defender geplant. Quer durch ganz Deutschland und dann weiter Richtung Osten bis an die russische Grenze wollten sie ziehen, ein unglaublich aufwändiges Unternehmen für die Nato.

Aber dann kam Corona und das Manöver musste abgespeckt werden.

Aber in diesem Jahr soll es wieder stattfinden, und zwar auch trotz Corona, darüber gehnt man hinweg, wird es durchgeführt, aber diesmal über Südosteuropa.

Auf Dauer soll die Kriegsplanung einfacher laufen.

Und dafür braucht man ein Nato-Einsatzhauptquartier. Von dort aus soll alles organisiert werden.

So, und dieses Nato-Hauptquartier soll genau hier in der Richthofen-Kaserne entstehen.

Da zu wenig Menschen sich freiwillig bei der Bundeswehr melden, ist geplant, über den sogenannten Heimatschutz Tausende von Reservisten auszubilden. Sie bekommen eine Grundausbildung und Auffrischung in jedem Jahr, damit sie im Einsatzfall aus dem Stand heraus kriegstauglich sind.

Bis 2027 soll hier die Logistik für 1 Division mit 3 Bataillonen und bis 2032 für 3 Divisionen mit 12 Bataillonen erarbeitet werden.

Das bedeutet insgesamt 60 000 Soldat*innen.

Die Reichswehr hatte übrigens ein ähnliches Konzept.

Das alles kann nicht in unserem Interesse sein.

Aber was können wir dagegen tun?

Bisher ist das alles noch eine Planung. Vor der Bundestagswahl wird da nichts mehr laufen, hat AKK gesagt. Aber die Militärs setzen natürlich alles daran, ihre Pläne umzusetzen.

Wir von der Friedenskooperative wollen uns weiter damit beschäftigen. Gerne laden wir euch ein an unseren Diskussionen teilzunehmen.

Unsere Treffen und die Termine stehen auf unserer Facebookseite im Internet (https://web.facebook.com/friedenskooperative.muenster/).

Wichtig ist jetzt im ersten Schritt, dass die Bevölkerung über diese Gedankenspiele der Militärs aufgeklärt wird. Hier kommt es auf uns an. Wir müssen uns der geplanten Militarisierung unseres Landes und der damit verbundenen Kriegsgefahr entgegenstellen.

Vielen Dank!

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