Deutsche Friedensgesellschaft Münster


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Reden und Videos auf der Kundgebung „Kein Friedenspreis für Macron! Der Westfälische Friede fordert: Verhandeln statt schießen!“ vom 28.05.24 von 10-14h auf dem Domplatz in Münster

Rede von Andrii Konovalov, Kriegsdienstentzieher aus der Ukraine, Student an der Uni Köln

Ich freue mich sehr, heute die Gelegenheit zu haben, zu Ihnen zu sprechen.

Mein Name ist Andrii. Ich wurde geboren und bin aufgewachsen in Kirowohrad, in einer kleinen Großstadtin der Mitte der Ukraine. Schon früh erkannte ich das fehlende Streben nach Frieden unter ukrainischen und russischen, aber auch unter den Politikernder EU. Im Jahr 2021, genau ein Jahr vor der Invasion und dem Verbot auf die Ausreise aus der Ukraine, begann ich in einiger Eile mein Masterstudium an der Uni Köln.

Obwohl ich mich momentan nicht in Gefahr befinde, in den Krieg geschickt zu werden, hängt das Schicksal meiner Familie und mehrerer meiner Freunde von Denjenigen ab, die sie nicht mehr abwählen können. Deshalb werde ich heute versuchen, die ukrainische Politik auf dem direktesten Weg zu beeinflussen, der einem ukrainischen Staatsbürger offen bleibt – durch eine Ansprache an die deutschen Wähler.

Die offizielle Beschreibung des Westfälischen Friedenspreises besagt, dass er besonderes Engagement für nachhaltigen Frieden und internationale Verständigung auszeichnet. Es heißt, dass Herr Macron diesen Preis „für sein unermüdliches Engagement um eine Konfliktbegrenzung zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine“ verdient habe. Diese Nachricht hat bei mir Erstaunen, Empörung und das widerliche Gefühl ausgelöst, als ob man sich über Einen unter allgemeinem Beifall lustig macht.

Im letzten Jahrzehnt habe ich beobachtet, wie die wirtschaftlichen und politischen Eliten der Ukraine genau mein Land zerrissen haben, indem sie es nach ethnischer Herkunft, Sprache und Religion spalteten. Unterschiedlichste Widersprüche wurden für politische Zwecke instrumentalisiert und führten letztendlich zur Gewalt, zuerst in der Hauptstadt meiner Heimat und dann in verschiedenen anderen Teilen des Landes.

In Vorbereitung auf meine Rede wollte ich zahlreiche Beispiele für die nicht unbedingt falsche, aber selektive Art anführen, in der viele europäische Medien und Politiker Informationen über Verbrechen, die von den „guten Jungs“ begangen werden, wahrnehmen und darstellen. Zum Unglück demonstriert das Massaker im Gazastreifen und wie darüber berichtet wird, diese Tendenz so deutlich, dass ich Ihre Zeit nicht weiter damit beanspruchen muss.

Ein ähnliches Maß an Gleichgültigkeit gegenüber den Verbrechen der Kiewer Regierung und derPolitik der Spaltung führte mein Heimatland zur zunehmenden Straflosigkeit, was zu immer umfangreicherem Einsatz von Gewalt und zur immer größeren Verbreitung der Korruption führte, der Korruption, die heute für alle offensichtlich ist, außer für die Verfasser von Antikorruptionsratings.

Die Bevölkerung meines Landes hat die Gefahr dieser Politik der Spaltung jedoch verstanden und bei jeder Wahl abgelehnt. Sowohl Selenskyj als auch der vorherige Präsident kamen mit dem Versprechen von Kompromissen und Verhandlungen an die Macht. Sobald sie an der Macht waren, verkehrte sich ihre Rhetorik ins Gegenteil, ihre Kompromissbereitschaft wurde zu „roten Linien“, und statt des versprochenen Dienstes am Volk wurde es ein Dienst an der Oligarchie.

Während dieser ganzen Zeit habe ich wenig positive Auswirkungen der Bemühungen des französischen Präsidenten bemerkt. Die antirussische Politik der Führung meines Landes ermöglichte Menschenrechtsverletzungen in großem Stil, Korruption und gleichzeitig die Aufrechterhaltung eines positiven Images in den regierungstreuen westlichen Medien. Verstöße und sogar die direkte Ablehnung internationaler Abkommen bleiben für meine Regierung weiterhin ohne Konsequenzen. In dem Moment wie auch jetzt sind keine großen Bemühungen erforderlich, um das Unrecht zu erkennen und zu verurteilen. Das Gesetz, ebenso wie der Frieden, sind einfach nicht die Priorität.

Im Dezember 2019 bestätigte das sogenannte Normandie-Format, bestehend aus Macron, Merkel, Putin und Selenskyj, die kompromisshaltige Steinmeier-Formel als Mechanismus zur Beendigung des Krieges. Die Annahme dieser Formel durch die Ukraine begrenzte die Unterstützung der Separatisten durch die Russen und wie wir aus Merkels Worten erfuhren, gab es der Ukraine auch Zeit, sich zu bewaffnen. Zu meinem Bedauern und – wie ich mir inzwischen sicher bin – auch zu Selenskyjs Bedauern war das Erreichen eines dauerhaften Friedens nicht das Ziel dieses Abkommens.

In einer jüngsten Erklärung des Chefs des ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates wurde zugegeben, dass nach diesem Friedenstreffen im Dezember die Vorbereitungen auf einen militärischen Lösungsweg des Konflikts begannen. Bald darauf sprach Selenskyj öffentlich über die Notwendigkeit, diese Vereinbarungen zu überdenken. Der ukrainische Präsident und das Parlament erließen schließlich Gesetze, die den Punkten, die im Normandie-Format unterzeichnet wurden, widersprachen und die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen praktisch illegal machen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Herr Macron mehrere Möglichkeiten, den Frieden in Osteuropa näher zu bringen. Und als Boris Johnson in die Ukraine kam, um eine diplomatische Lösung in den ersten Monaten des Krieges zu verhindern, hatte Herr Macron nochmal die Chance, den Preis, der ihm heute verliehen wird, wirklich zu verdienen. Aber anstatt das Untergraben der Vereinbarungen zu verurteilen, anstatt Selenskyj zum Frieden zu drängen, beobachteten wir hinter den Idealen verborgene Grausamkeit, die Erwartung lauter militärischer Siege und desTriumphes westlicher Waffen.

Welche Ziele Herrn Macron auch immer bewegt haben mögen – sei es die Förderung der NATO, die Eindämmung Russlands oder einfach der Wunsch, dem globalen Süden die Härte der Bestrafung für Verstöße gegen die westliche Hegemonie oder für „rules-based world order” („regelbasierte internationale Ordnung”) zu demonstrieren – sie haben sein Streben nach Frieden überschattet.

Ich glaube weiterhin aber, dass jedes Mal, wenn unsere Politiker an das Rednerpult treten, um ihre moralische Überlegenheit zu verteidigen, um die Gier nach Supergewinn als ideologisches Streben auszugeben und Massenmorde als Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung darzustellen – dass sie sich jedes Mal ihrer Niedertracht voll bewusst sind. Heute bin ich hierhergekommen, um daran zu erinnern – wir erkennen ihre Niedertracht auch.

Wir erkennen und verurteilen alle Versuche, begangenes Unrecht zur Rechtfertigung von weiterem Unrecht zu nützen. Der illegale Einmarsch Russlands in die Ukraine sollte es der ukrainischen Regierung nicht ermöglichen, die Rechte ihrer Bürger zu verletzen. Ebenso darf Gewalt nicht als Vorwand für weitere Gewalt dienen.

Was mein Land schützen sollte, gibt falsche Hoffnung auf Frieden durch Gewalt und Zerstörung und führt immer weiter weg von einer Lösung. Und die Lösung – ja, wir sehen keine Lösung für diesen oder irgendeinen anderen modernen Krieg in den Kanonenrohren, die Lösung liegt ausschließlich im gegenseitigen Verständnis und in einer Weltordnung, in der das Streben nach gegenseitigem Nutzen und Frieden über den Egoismus der Gruppen dominiert.

Wir lassen uns nicht mit einem „Engagement um eine Konfliktbegrenzung“ zufriedengeben, nachdem die Möglichkeiten, den Krieg zu verhindern, vertan wurden.

In dem Moment, in dem Präsident Macron den Friedenspreis für seine „Bemühungen“ erhält, zerstört der Krieg weiterhin mein Land. Die Waffenlieferungen, die bravouröse Unterstützung des Krieges auf internationalen Plattformen, das Ignorieren der sich immer weiter ausbreitenden Fälle von Zwangseinberufung, die Folter und der Tod gesunder junger Männer in den Einberufungszentren – all das dient den Bedürfnissen der Politiker und nicht den Bedürfnissen meines Landes.

Mein Land braucht realistische und durchführbare Friedensinitiativen, einen sofortigen Waffenstillstand und eine Rückkehr zum Dialog. Zu einem Dialog, der es ermöglicht, den Vormarsch der radikalen politischen Kräfte in der Ukraine, aber auch in Israel, in Europa und in den USA zu stoppen. Die Demokratie ist wirklich weltweit bedroht, und nur eine weltweite Ablehnung konfrontativer Politik kann den Kriegsherren den Wind aus den Segeln nehmen, die Demokratien sichern und etwas friedlichere Welt schaffen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Videoaufnahme von Münster Tube bei YouTube: https://youtu.be/C3MrTm-mG40?si=zaVLD58yrcf4w-tH


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Spendenaufruf

Wir bitten um Spenden für die Finanzierung unserer Macron-kritischen Veranstaltungen am Mo. 27.05. und am Di. 28.05. auf unser Konto:

Deutsche Friedensgesellsch. Ver. Kriegsdienstgegner e.V
Achtermannstr. 10-12
48143 Münster
IBAN: DE70 4306 0967 4006 1617 35
BIC: GENODEM1GLS

Verwendungszweck: Macron


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AUFRUF der DFG-VK und der Friedenskooperative zur Teilnahme an der Diskussionsveranstaltung mit Michael von der Schulenburg (ehem. UN assistant secretary-general) und Tobias Pflüger (Friedensforscher und ehem. MdB sowie Abgeordneter des EU-Parlaments) am Mo. 27.05.2024 von 19-22 Uhr im VHS-Forum, Ägidiimarkt und zu einer Kundgebung am Di. 28.05.24 ab 10 Uhr (parallel zur Preisverleihung) auf dem Domplatz / Ecke Michaelisplatz


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Kundgebung „Nein zum Friedenspreis für Macron! Der Westfälische Friede fordert: Verhandeln statt schießen!“ im Artikel von „Westfälische Nachrichten“ (WN) vom 23./24.05.24: „Friedenspreisverleihung. Mehrere Kundgebungen für und gegen Macron“

Der o.g. WN-Artikel am 23.05.24 online und am 24.05.24 als Printausgabe:

https://www.wn.de/muenster/friedenspreis-macron-besuch-demos-2980895


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Radiosendung „Friedensarbeit in Münster“: Besuch von Frankreichs Präsident Macron in Münster, produziert am 23.05.2024

Radiosendung von medienforum e.V. Münster bei NRWision: https://www.nrwision.de/mediathek/friedensarbeit-in-muenster-besuch-von-frankreichs-praesident-macron-in-muenster-240523/

QR-Code:

Am 28. Mai 2024 besucht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dort soll er den „Internationalen Preis des Westfälischen Friedens“ erhalten. Doch ist Macron, der aufgrund seiner aktuellen Außenpolitik in der Kritik steht, der richtige Preisträger für einen Friedenspreis? Darüber diskutiert Klaus Blödow mit seinen Studiogästen Maria Buchwitz (pax christi), Hugo Elkemann (Friedenskooperative Münster) und Jewgenij Arefiev (DFG-VK) bei „Friedensarbeit in Münster“.


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Pressemitteilung „Nein zum Friedenspreis für Macron! Der Westfälische Friede fordert: Verhandeln statt schießen!“

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten Sie um die Veröffentlichung unserer Pressemitteilung mit dem Veranstaltungshinweis und freuen uns über Ihren Besuch.

Für eventuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Vielen Dank!

Friedensbewegte Grüße!
Jewgenij Arefiev
Ehrenamtlicher Geschäftsführer/Sprecher der Basisgruppe Münster, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) e.V.
c/o Soziokultur Achtermannstraße e.V. (vormalig cuba e. V.)
Achtermannstr. 10, 1. OG
48143 Münster
Tel.: +49(0)25114967080
Mobil: +49(0)1797924010 (O2), 01606404181 (D1)
E-Mail: muenster@dfg-vk.de
E-Mail: arefiev@t-online.de
http://dfgvk.blog.muenster.org
https://www.facebook.com/DeutscheFriedensgesellschaftMunster
https://twitter.com/DFGVKMuenster
Instagram: dfgvk_ms
YouTube: https://www.youtube.com/@dfgvkmuenster

Friedenskooperative Münster:
https://web.facebook.com/friedenskooperative.muenster

Pressemitteilung „Nein zum Friedenspreis für Macron! Der Westfälische Friede fordert: Verhandeln statt schießen!“

Die Gruppe Münster der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen (DFG-VK) und die Friedenskooperative Münster kritisieren die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Di. 28.05.2024 und laden zu 3 Veranstaltungen ein:

1)    Freitag, 24.05.2024 von 15 – 17 Uhr

Mahnwache „Frieden schaffen ohne Waffen! Nein zum Krieg!“

vor dem Eingang zum Friedenssaal im Rathaus des Westfälischen Friedens Münster, Prinzipalmarkt 10

2)    Montag, 27.05.2024 von 19.00 – 21.30 Uhr

Diskussionsveranstaltung „Frieden schaffen ohne Waffen! – Wie?“

Impulsreferate mit anschließender Diskussion:

–    Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen:
„Militarisierung in Deutschland und Europa“

–    Michael von der Schulenburg, UN Assistant Secretary-General a. D.:
„Rolle der Diplomatie in Beendigung der Kriege“

Ort: VHS Forum, Volkshochschule, Aegidiimarkt 3, 48143 Münster

Eintritt frei, Spenden erwünscht.

3)    Dienstag, 28.05.2024 ab 10.00 Uhr

Kundgebung „Nein zum Friedenspreis für Macron! Der Westfälische Friede fordert: Verhandeln statt schießen!“

Ort: Domplatz, Ecke Michaelisplatz

Redebeiträge:

–    Bedeutung des Westfälischen Friedens und der Westfälische Friedenspreis (Hugo Elkemann, Friedenskooperative Münster)

–    Manu Macron, deeskaliere! Keine Bodentruppen in die Ukraine! (Andrii Konovalov, Kriegsdienstentzieher aus der Ukraine und Jewgenij Arefiev, Kriegsdienstentzieher aus Russland, Sprecher der DFG-VK Münster)

–    Nein zur Militarisierung Europas! (Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung e.V. Tübingen)

–    Französischen Kolonialismus und Neokolonialismus in Afrika stoppen! (Souleymane Fodi aus Niger)

–    Kriege durch Diplomatie beenden! (Michael von der Schulenburg, UN Assistant Secretary-General a. D.)

Friedensmusik: Pit Budde / Karibuni u.a.

Die Vermittlerrolle von Macron zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine soll als Begründung für die Preisverleihung herhalten.

Es wird hier ein Vertreter geehrt, der diesen Krieg aktuell mit der Diskussion um die Entsendung der Bodentruppen anheizt und eine Eskalation bis zum Atomkrieg provoziert.

Aus unserer Sicht wären hier andere, wirksamere Schritte zur Verhinderung bzw. Beendigung dieses Krieges angemessen gewesen, der die europäische Sicherheitsordnung in Frage stellt.

Frankreich ist weiterhin Kolonial- und Neokolonialmacht in weiten Teilen Afrikas, erfreulich mit Rauswürfen aus etlichen Staaten.

In Europa befürwortet die Regierung die Festung Europa mit menschenverachtenden Maßnahmen an den Außengrenzen.

In der EU wird aktuell die Militärmacht mit der Weiterentwicklung eines militärisch-industriellen Komplexes zwischen Paris und Berlin unter Einbeziehung Spaniens ausgebaut.

Frankreich ist aktuell ein Atomstaat mit Atomwaffen und Atomkraftwerken. Diese sind zum Teil in einem kritischen Zustand. Das Uran dazu wird in Staaten der Südlichen Sahelzone ausgebeutet bzw. steht aktuell nicht mehr zur Verfügung. Das wird jetzt mit dem aus Russland importierten Uran in den Anreicherungsanlagen in Gronau und Almelo (NL) ersetzt.

Die Gefährdung der Demokratie in Frankreich durch rechte Kräfte wird durch Einschränkung des Sozialstaates wie auch in der Bundesrepublik Deutschland vorangetrieben. Eine ideologische Abgrenzung nach rechts im EU-Raum fehlt ebenso.

Nach der Verleihung des Preises werden sich E. Macron, der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen voraussichtlich um 11.45 Uhr auf dem Sentenzbogen des Stadtweinhauses zeigen. Wir wollen sie gebührend empfangen. Kommt zahlreich!

Hoch die Internationale Solidarität!

Mehr Infos unter: https://dfgvk.blog.muenster.org


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8. Mai 2024 – 79. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, Gedenktag, Feiertag, Aufruf zum Handeln – in Köln

17.30 Uhr, Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Grünanlage am Hansaring (Hansaplatz) in Köln

Veranstalter:innen:

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln – Wolgograd e.V.: https://wolgograd.de/8-mai-2024-feierstunde-anlaesslich-des-79-jahrestages-der-befreiung-vom-faschismus/

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund Der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Köln e.V.: https://koeln.vvn-bda.de/2024/04/25/8-mai-2024-79-jahrestag-der-befreiung-vom-faschismus/

Kölner Friedensforum: https://koelner-friedensforum.org/8-mai-2024-79-jahrestag-der-befreiung-vom-faschismus-gedenktag-feiertag-aufruf-zum-handeln/

Flyer: https://wolgograd.de/wp-content/uploads/2024/04/Flyer0805.pdf

Rede von Eva Aras, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln – Wolgograd e.V.
Die Blockade Leningrads

(Zitatanfang)

Guten Tag, liebe Friedensfreundinnen und -freunde!
Ich freue mich, euch heute an diesem wichtigen Tag hier begrüßen zu dürfen!
Auch wenn ich im Namen des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft mit Wolgograd spreche, halte ich es heute für besonders wichtig, des Endes der Leningrader Blockade am 27. Januar 1944 – also vor 80 Jahren – zu gedenken.
Denn leider ist es ein Ereignis, was in Deutschland kaum bekannt, geschweige denn aufgearbeitet ist.
Dabei handelt es sich um eines der eklatantesten Kriegsverbrechen des 2. Weltkriegs, auf das ich jetzt näher eingehen möchte:
Leningrad wurde vom 8.9.1941 bis zum 27.1.1944 – also 872 Tage, ca. 28 Monate lang- eingekesselt.
Es gab 1,1 Millionen zivile Opfer, 90% davon sind verhungert.
Nachdem relativ schnell klar wurde, dass die deutsche Wehrmacht Leningrad nicht einnehmen konnte, entschied man sich für eine systematische Aushungerung der Stadt. Hitlers Ziel war es, den sogenannten „Hort des jüdischen Bolschewismus“ zu vernichten.
In der folgenden Beschreibung stütze ich mich hauptsächlich auf die Rede von Daniil Granin, die er am 27. Januar 2014 im Deutschen Bundestag gehalten hat. Er war ein russischer Schriftsteller, der als junger Soldat die Blockade erlebt hat. Hier seine Worte:
„Es wurden gezielte Luftangriffe auf das zentrale Lebensmittellager geflogen und alles vernichtet, so dass es kaum noch Vorräte gab, weder Lebensmittel noch Brennstoffe…
Es kam schnell zur Rationierung von Lebensmitteln. Bereits im November wurden die Rationen gekürzt – sie betrugen nur noch 250 Gramm für Arbeiter und 125 Gramm für Angestellte und Kinder. Das ist eine hauchdünne Scheibe Brot – mit Zellulose und anderen Zusätzen…
Die Stadt konnte nicht mehr versorgt werden. Nach und nach brach alles zusammen: Wasser, Kanalisation, Verkehr, auch die Straßenbahn, Licht und Heizung.“ Soweit Daniil Granin.
Dazu wurde der erste Winter extrem kalt – mit oft -40 Grad. Das Massensterben begann. Im Januar und Februar 1942 starben jeweils 96.000 Personen.
Man behalf sich auch mit anderen möglichen Essbarem – Holzleim, kochte Lederwaren aus. Tiere wurden gegessen – bald gab es keine Katzen, Hunde, Ratten und Krähen mehr. Auch gab es Fälle von Kannibalismus.
In diesem Winter errichtete man eine Eisstraße über den zugefrorenen Ladogasee und konnte so viele Menschen evakuieren und Lebensmittel in die Stadt transportieren.
Meine Mutter lebte damals in Leningrad, sie war 23 Jahre alt. Sie hob Schützengräben aus, studierte. Sie berichtete, dass ihre 2 Brüder wegen Unterernährung bettlägerig waren und sie und ihre Mutter auf die Suche gingen nach Essen und Heizmaterial. Ihr Stiefvater wurde eingezogen. Sie erzählte, dass ihr Gedächtnis stark unter der Unterernährung gelitten habe. Zum Ende des ersten Winters gehörte ihre Familie zu den insgesamt 380.000 Menschen, die über den Ladogasee auf „der Straße des Lebens“ evakuiert worden sind.
Das Leben ging weiter: viele Betriebe arbeiteten, Hochschulen, Schulen, Theater, Bibliotheken blieben geöffnet, wenn auch im verringertem Maß. Die Schriftstellerin Olga Berggolc wurde die Stimme der Blockade Leningrads, indem sie über Radio die Bevölkerung über wichtige Nachrichten auf dem
Laufenden hielt. 1500 Lautsprecher waren über die Stadt verteilt, und man wurde jeweils vor den Luftangriffen gewarnt.
Musik… (Anfang des 3. Satzes der Leningrader Symphonie von D. Schostakovich)
Gerade habt ihr den Anfang aus dem 3. Satz der Leningrader Symphonie von Dmitrij Schostakovich gehört, ein besonderer Ausdruck für den Überlebenswillen der leidenden Zivilbevölkerung.
Schostakovich hat während der Belagerung in Leningrad diese Symphonie begonnen und wurde gegen seinen Willen nach Kujbyschew evakuiert, wo er die Symphonie beendete.
Im August 1942 führten dann völlig entkräftete Musiker die Symphonie auf, die über Lautsprecher in die ganze Stadt übertragen wurde, selbst bis zur Wehrmacht wurde sie gehört.
Es grenzt an ein Wunder, wie es dem Dirigenten Karl Eliasberg gelang, mit seinem zweitklassigen Radio-Symphonieorchester diese Aufführung zustande zu bringen. Ein Militärflugzeug brachte die Partitur nach Leningrad. Zu Beginn gab es nur 15 Musiker, doch waren 80 Musiker nötig. Man suchte die
Krankenhäuser ab, über Radio wurden Soldaten aufgefordert, dafür Fronturlaub zu nehmen. Bei den Proben fielen immer wieder hungernde Musiker um. Es herrschte bei den Proben strenge Disziplin. Bei Zuspätkommen wurden die Rationen gekürzt.
Die Aufführung der Symphonie wurde in die ganze Sowjetunion, ins restliche Europa und in die USA übertragen – und als großer Sieg gefeiert.
Daniil Granin (1919-2017) hat zusammen mit Ales Adamowitsch ein Buch über die Blockade geschrieben und dazu viele „Blokadniki“ (Blockadeüberlebende) befragt. Und es stellte sich heraus, dass es häufig so
war, dass diejenigen überlebten, die anderen beim Überleben halfen. Seiner Meinung nach „hat ihnen ihre Seele geholfen, sich nicht zu entmenschlichen“.
Ein anderes Zitat von ihm: „Das Mitgefühl der Menschen verschwand nicht, sondern wurde wiedergeboren“.
In der Sowjetunion wurde dieses Standhalten besonders gewürdigt, das ganze Land unterstützte die Leningrader Bevölkerung, so gut es ging.
Die Überlebenden erhielten später einen Extra-Ausweis mit verschiedenen Vergünstigungen. Sie gelten in Russland als besonders ehrenhaft.
Leningrad ist die 1. Stadt der Sowjetunion, die den Titel „Heldenstadt“ erhielt.
Am 27. Januar 2014 wurde – wie bereits erwähnt – der 95-jährige Schriftsteller Daniil Granin anlässlich des 70. Jahrestages des Endes der Leningrader Blockade in den Deutschen Bundestag eingeladen und hielt eine beeindruckende Rede. Es gab standing ovations von allen Seiten.
Und heute – 10 Jahre später? Schweigen. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist für manche eine gute Gelegenheit, um die Verantwortung gegenüber Russland zu verdrängen.
Zum Schluss möchte ich noch etwas zu den Entschädigungen für die Blockadeopfer sagen:
Zum 75. Jahrestag der Blockade am 27.1.2019 kündigte die Bundesregierung durch das Auswärtige Amt an, die noch lebenden Opfer und Projekte zur deutsch-russischen Verständigung mit rund 12 Millionen € zu unterstützen.
Die jüdischen Blockadeopfer wurden schließlich entschädigt, aber nicht die russischen oder andere Nationalitäten der früheren Sowjetunion.
Die noch ca. 60.000 Überlebenden ohne jüdischer Herkunft fordern deshalb von der Bundesregierung ebenfalls Entschädigungen, sie werfen der Bundesregierung vor, mit zweierlei Maß zu messen. Doch die bisherige Antwort der Bundesregierung ist, dass die Blockade Leningrads eine „allgemeine Kriegshandlung“ war und sie deshalb kein individuelles Anrecht auf Entschädigung haben. Die Bundesregierung behauptet, dass mit den Reparationen nach Ende des Krieges die Hilfszahlungen an nichtjüdische Opfer abgeschlossen seien.
Wir stehen hinter der Forderung der 60.000 Überlebenden und fordern nach fast 80 Jahren Kriegsende diese Entschädigung.
Ihr hört jetzt ein Gedicht der großen russischen Lyrikerin Anna Achmatowa („Ветер войны», „Kriegswind“, 28.9.1941). Sie erlebte die Blockade und wurde später nach Taschkent evakuiert.

(Zitatende)

Rede von Andrii Konovalov, Kriegsdienstentzieher (Kropywnyzkyj, ehem. Kirowograd / Ukraine), Student an der Universität Köln

(Zitatanfang)

Ich grüße euch und danke Allen, die sich Zeit genommen haben, hier zu sein, um der Opfer des Faschismus zu gedenken!

In meiner Familie haben diese Tage immer einen besonderen Sinn gehabt. Ein Teil von meiner Familie stammt aus Leningrad, heute St. Petersburg. Der andere Teil der Familie floh teilweise vor den Nazis oder lernte sich an der Front kennen und kämpfte zusammen gegen die Wehrmacht. Das Feiern vom Tag des Sieges am 9. Mai begleitet meine Kindheitserinnerungen – zunächst mit meiner Familie während der Demonstrationen und dann im Rahmen von Schulveranstaltungen. Und das galt für die meisten ukrainischen Familien. Laut einer Studie des Internationalen Soziologie-Instituts von Kiew hielten 2010 58 % aller Ukrainer den Tag des Sieges für einen der wichtigsten Feiertage. Im Jahr 2023 verkündete aber die ukrainische Presse stolz, dass nur noch 13 % der Anhänger des Feiertags übriggeblieben waren.

Ich halte solche Delegitimierung des Gedenkens für pervers. Mir scheint es offensichtlich, dass das Feiern von Ereignissen wie dem Jahrestag des Sieges über den Faschismus zulässig und richtig ist, auch wenn diese Ereignisse von „bösen“ Russen gefeiert werden.

Aber deshalb halte ich heute Ihre Anwesenheit hier nicht für selbstverständlich, obwohl ich früher hätte anders denken können.

Als ich in der Ukraine aufwuchs, erschienen mir viele Dinge selbstverständlich und unbestritten. Mir wurde beigebracht, dass jeder Mensch den gleichen Respekt und die gleichen Rechte verdient, dass es falsch ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Gebrauchssprache zu unterteilen, und dass man solche Versuche tadeln sollte. Mir wurde auch beigebracht, dass die Schwachen und Wehrlosen geschützt werden sollten und nicht umgekehrt.

Leider wurde mein Aufwachsen von einer Relativierung all dieser grundlegenden Wahrheiten begleitet. Ich habe miterlebt, wie Politiker in ihrem Streben nach höherem Rating und Finanzmitteln die Gesellschaft in Gruppen aufspalteten, diese gegen einander ausspielten und deren Interessen dreist über die Interessen der Allgemeinheit stellten. Ich habe miterlebt, wie den Gruppen jeder Grund geboten wurde, sich als ungerecht behandelt zu fühlen und wie Ungerechtigkeit, Gewalt gegen die Anderen als der einzig mögliche und daher notwendige Weg dargestellt wird, um „persönliche“ Gerechtigkeit zu erreichen. Jetzt wird mir klar, dass es solche Kräfte und Einflüsse in jeder Gemeinschaft immer gegeben hat. Genau deshalb ist es wichtig, solche scheinbar offensichtlichen Dinge zu verstehen und zu wiederholen.

Ungerechtigkeiten können keine weiteren Ungerechtigkeiten rechtfertigen. Das Verletzen von Rechten darf nicht als Rechtfertigung für weitere Rechtsverletzungen dienen. Ebenso darf Gewalt nicht als Vorwand für weitere Gewalt genutzt werden.

Nur ein starker Protest gegen die Anwendung von Gewalt als politisches Mittel und für die Entmachtung der Kriegsgewinnler wird uns dem Frieden näherbringen. Nur ein Protest gegen die Spaltung der Menschen in Gruppen kann uns helfen, diesen Frieden zu bewahren.

Wir sollten deutlich machen, dass die Bedrohung für unsere Zukunft heute nicht von einer bestimmten Nationalität, Kultur oder Religion ausgeht. Die Bedrohung für unsere Zukunft liegt allein in der Politik der Spaltung und der ungeheuerlichen sozialen Ungleichheit und Machtkonzentration in den Händen von wirtschaftlich Mächtigen. Die einzige Möglichkeit, diese Bedrohung zu bekämpfen, besteht darin, die Politik der Spaltung abzulehnen, die gegnerische Seite besser zu verstehen, mit ihr emphatisch zu sein und sich international solidarisch für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

Ich wünsche mir, dass heute aus den Verbrechen des Faschismus die universalistische Konsequenz für alle Menschen und Völker gezogen wird: Niemand darf diskriminiert werden. Die Würde und die Rechte aller Menschen müssen realisiert und alle Kriege beendet werden! (Applaus)

Was wichtig ist – das antifaschistische Gedenken darf nicht für nationalistische Motive missbraucht werden. Nur dann werden wir nicht mehr Gefahr laufen, uns im Streben nach politischen Gewinnen zu verlieren, und in der Lage sein, Recht und Unrecht zu unterscheiden. Und nur, wenn wir lernen, alle Ungerechtigkeiten und ihre Nutznießer zu verurteilen, können wir unsere Zukunft und den Weg dorthin klar erkennen. Deswegen rufe ich Alle dazu auf, den Tag der Befreiung vom Faschismus zu feiern, die Verfolgung der ukrainischen Kriegsdienstverweigerer zu verurteilen und sich gegen die Gewalt in all ihren möglichen Formen einzusetzen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Applaus)

(Zitatende)

Rede von Jewgenij Arefiev, Kriegsdienstentzieher (Rjasan, Russland), Sprecher der DFG-VK Münster

(Zitatanfang)

Guten Tag!

Ich bin Sprecher der Gruppe Münster der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen.

8. Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges

Ich unterstütze die Forderung von Esther Bejarano – der 8. Mai muss ein gesetzlicher Feiertag werden! Für die Sowjetunion war der 9. Mai Tag des Sieges. Die Sowjetunion hatte im 2. Weltkrieg 27 Millionen Tote zu beklagen. Deswegen heißt es im bekannten Lied auf Russisch „Den‘ pobedy so slezami na glazach. – Tag des Sieges mit den Tränen in den Augen“. Fast jede Familie ist betroffen. Wir sind bis heute dadurch traumatisiert.

Die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat, eine Union von 15 Republiken, die gemäß der Verfassung aus dieser Union austreten durften. Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken hat den höchsten Blutzoll für die Befreiung vom Faschismus gezahlt. Die Flagge der Sowjetunion ist keine Nationalflagge, darf nicht wie jetzt in Berlin verboten werden, ist als geschichtsträchtiges Symbol der Befreiung vom Faschismus (Applaus) zu respektieren, wehte ab dem 2. Mai 1945 über dem Reichstag. Die Geschichte umschreiben zu wollen ist schlicht und ergreifend Revanchismus!

Die Toten der Kriege rufen nicht zur Rache auf wie die revanchistischen Kriegerdenkmäler es darstellen! Die Kriegstoten haben es ganz bestimmt nicht gewollt, dass ihre Kinder und Kindeskinder ihnen mit ins Grab, in den Tod folgen, was vor allem in einem Atomkrieg der Fall sein wird. Ein Atomkrieg ist ganz bestimmt nicht zu gewinnen!

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Sollten nicht ALLE Antifaschistinnen und Antifaschisten sein? Es ist nur peinlich, dass die Gemeinnützigkeit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) zeitweise aberkannt wurde. Was ist gemeinnütziger als Antifaschismus, der die Demokratie verteidigen und ausbauen will? (Applaus)

Die universellen Menschenrechte müssen geschützt werden! Wir fordern Schutz und Asyl für alle Kriegsdienstgegnerinnen und Kriegsdienstgegner, Deserteurinnen und Deserteure, Kriegsdienstverweigerinnen und Kriegsdienstverweigerer! (Applaus)

Die Soldaten der 16. Panzer-Division aus Münster waren Täter und gleichzeitig Opfer des Krieges in der Partnerstadt von Köln Wolgograd, damals Stalingrad. Nur wenige davon haben überlebt.

Jeder Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit! Die Welt braucht keine gerechten Kriege! Das, was wir brauchen ist ein gerechter Frieden! Weltfrieden! (Applaus)

Eins der Überbleibsel des 2. Weltkrieges ist es, dass bis heute kein Friedensvertrag zwischen Russland und Japan besteht. Und hat der Zwei-plus-Vier-Vertrag noch Bestand? Darin heißt es doch: „Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, daß von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. … Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erklären, daß das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in Übereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen.“ Die Waffen werden aber eingesetzt und sie bringen keinen Frieden, sie bringen Krieg!

Ein russisches Sprichwort besagt, dass sogar „ein ungeladenes Gewehr einmal pro Jahr schießt“. Noch mehr Waffen, vor allem Atomwaffen, bringen keine Sicherheit, sondern erhöhen das Risiko, zum Einsatz zu kommen. Frieden schaffen ohne Waffen! Es kann nur eine kollektive Sicherheit geben!

Die Russen und die Ukrainer haben zusammen im 2. Weltkrieg den Faschismus besiegt, u.a. durch soziale Verteidigung, z. B. Sabotage. Leider wurden ihre Nachfahren durch den Nationalismus dazu gebracht, wegen der Grenzen, der Kapitalinteressen der Oligarchien und der geopolitischen Staatsinteressen sich gegenseitig abzuschlachten. Sie werfen sich gegenseitig Faschismus vor.

In Münster kämpfen wir darum, dass Straßen, die nach Faschisten benannt sind, endlich umbenannt werden. Gleichzeitig werden in den ukrainischen Städten die Straßen und Plätze nach dem Faschisten Stepan Bandera benannt, so auch die zentrale Straße in der Solidaritätspartnerstadt von Münster Winnytsja, ohne dass ein Wort der Kritik von den Vertretern meiner Stadt geäußert wird. Davor trug diese Straße den Namen des Pazifisten Leo Tolstoi, der das Roman „Krieg und Frieden“ über den russisch-französischen Krieg von 1812 geschrieben hat.

Der Nationalismus geht Hand in Hand mit dem Militarismus. Die so genannte Alternative für Deutschland kann uns nicht täuschen. Sie ist rechts und unterstützt rechte Regierungen. Sie ist ganz bestimmt keine Friedenspartei und ist auf dem Holzweg. Denn – wer Hass und Hetze sät, erntet am Ende Krieg und Tod. Wehret den Anfängen! Verwirklicht die Demokratie!

Die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen lehrt uns, dass die zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland nicht abgebrochen werden darf, weil sie nachhaltig dem Frieden dient. Der Schüler:innen- und Studierendenaustausch hat eine friedliche Zukunft. Machen wir den Frieden zum Ernstfall!(Applaus)

Die Russen und die Ukrainer liegen zusammen in den Massengräbern des 1. und des 2. Weltkrieges. So auch über 60.000 sowjetische Kriegsgefangene im Stammlager (Stalag) 326 (VI K) in Stukenbrock-Senne bei Bielefeld. Dort darf nun endlich doch die bis heute in Deutschland fehlende nationale Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene, eine der größten Opfergruppen des Faschismus entstehen.

War die über 2-jährige Blockade Leningrads ein Genozid? – Ja! Er muss von Deutschland anerkannt werden, um das Leid und die Würde der Opfer anzuerkennen und dauerhafte Versöhnung zu ermöglichen.

Es muss heute Alles dafür getan werden, den Krieg in der Ukraine zu beenden, Nationalismus und Militarismus überall zu bekämpfen. Frieden muss verhandelt werden! (Applaus)

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! (Applaus)

Keinen Millimeter den Nazis! (Applaus)

Hoch die internationale Solidarität! (Applaus)

Bild: Jewgenij Arefiev am 8. Mai 2024 in Köln


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Rede- und Musikbeiträge auf der Kundgebung „Kriegsdienstverweigerung ist Menschenrecht“ im Rahmen der Freitagsmahnwache „Nein zum Krieg! Frieden schaffen ohne Waffen!“ vor dem Friedenssaal im Rathaus des Westfälischen Friedens Münster vom Freitag, 17. Mai 2024 15-17 Uhr

Rede von Andrii Konovalov, Kriegsdienstentzieher aus der Ukraine, Student der Universität Köln (als Video: MünsterTube)

Ich möchte mich bei allen Anwesenden für ihre Zeit und die Möglichkeit bedanken, auf die Probleme aufmerksam zu machen, die viele Länder, darunter auch mein Heimatland, in diesem Moment plagen.

Als ich in der Ukraine aufwuchs, erschienen mir viele Dinge selbstverständlich und unbestritten. Mir wurde beigebracht, dass jeder Mensch den gleichen Respekt und die gleichen Rechte verdient, dass es falsch ist, Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer Gebrauchssprache zu unterteilen, und dass man solche Versuche auch tadeln sollte. Mir wurde auch beigebracht, dass die Schwachen und Wehrlosen geschützt werden sollten und nicht umgekehrt.

Leider wurde mein Aufwachsen von einer Relativierung all dieser grundlegenden Wahrheiten begleitet.

Ich habe gesehen, wie ukrainische Oligarchen, die ihr Eigentum vor russischen Oligarchen schützen wollen, zu diesem Zweck die nationalistischen Flammen innerhalb der ukrainischen Gesellschaft geschürt haben, um sozialen Unmut und Proteste für ihre primitiven und egoistischen Ziele umzulenken.

Ich habe miterlebt, wie Politiker in ihrem Streben nach höherem Rating und Finanzmitteln die Gesellschaft in Gruppen aufspalteten, diese gegen einander ausspielten und deren Interessen dreist über die Interessen der Allgemeinheit stellten. Ich habe miterlebt, wie den Gruppen jeder Grund geboten wurde, sich als ungerecht behandelt zu fühlen und wie Ungerechtigkeit, Gewalt gegen die Anderen als der einzig mögliche und daher notwendige Weg dargestellt wird, um „persönliche“ Gerechtigkeit zu erreichen.

Die Bevölkerung hat diese Politik jedoch voll verstanden und bei jeder Wahl abgelehnt. Sowohl Selenskyj als auch der vorherige Präsident kamen mit dem Versprechen von Kompromissen und Verhandlungen an die Macht. Sobald sie an der Macht waren, verkehrte sich ihre Rhetorik ins Gegenteil, ihre Kompromissbereitschaft wurde zu „roten Linien“, und statt des versprochenen Dienstes am Volk wurde es ein Dienst an der Oligarchie.

Die Künstlerin Käthe Kollwitz, die in ihren Bildern festgehalten hat, wie die Menschen unter Krieg und Armut leben mussten, hat am 11. Oktober 1916 in ihrem Tagebuch festgehalten:

„Peter, Erich, Richard, alle stellten ihr Leben unter die Idee der Vaterlandsliebe. Dasselbe taten die englischen, die russischen und die französischen Jünglinge. Die Folge war das Rasen gegen einander, die Verarmung Europas am Allerschönsten. Ist also die Jugend in all diesen Ländern betrogen worden? Hat man ihre Fähigkeit zur Hingabe benutzt, um den Krieg zustande zu bringen? Wo sind die Schuldigen? Gibt es die? Sind alle Betrogene? Ist es ein Massenwahnsinn? Und wann und wie wird das Aufwachen sein?“

Die Menschen in der Ukraine und in Russland, aber auch die Menschen hier werden betrogen, wenn von der Möglichkeit militärischer Siege gesprochen wird. Überall verlieren Menschen im Krieg. Wir brauchen Friedensverhandlungen. Und ich wünsche mir, dass wir aus den Verbrechen heutiger Kriege die universalistische Konsequenz für alle Menschen und Völker ziehen: Niemand darf diskriminiert werden.

Ungerechtigkeiten können keine weiteren Ungerechtigkeiten rechtfertigen. Das Verletzen von Rechten darf nicht als Rechtfertigung für weitere Rechtsverletzungen dienen. Ebenso darf Gewalt nicht als Vorwand für weitere Gewalt genutzt werden.

Der illegale Einmarsch Russlands in die Ukraine sollte es der ukrainischen Regierung nicht ermöglichen, die Rechte ihrer Bürger zu verletzen. Der Krieg sollte nicht als Vorwand dienen, um die Gesellschaft weiter zu spalten, indem die persönliche Sicherheit und Reisefreiheit auf einen begrenzten Kreis von politischen und wirtschaftlichen Eliten beschränkt werden. Die Verletzung der Grenzen sollte den ukrainischen Behörden nicht das Recht geben, die russische Sprache in Schulen, Buchläden und im öffentlichen Raum zu verbieten, die Verfolgung politisch unerwünschter Kirchengemeinden und die Beschlagnahmung von Kirchengebäuden zu erlauben.

Und schließlich sollten Rechtsverletzungen den Menschen nicht die Freizügigkeit nehmen und Millionen von Familien dazu zwingen, zwischen Sicherheit und Familienzusammenhalt zu wählen. Wenn der Staat Kindern und Müttern die Möglichkeit gibt, sich in Sicherheit zu bringen, sollte er dafür sorgen, dass die Väter ihnen folgen können und nicht unter Androhung von Gewalt und Folter zur Teilnahme am Krieg gezwungen werden.

Menschen eines bestimmten Geschlechts, Alters und einer bestimmten Nationalität die Möglichkeit zu verwehren, ein vom Krieg zerrissenes Land zu verlassen ist unmoralisch. Solche Beschränkungen nehmen Tausenden von Menschen ihre Arbeits-, Studien- und Entwicklungsmöglichkeiten und berauben damit mein Land der Zukunft.

Die Verweigerung von Asyl für Menschen, die Gefahr laufen, in einen Krieg hineingezogen zu werden, ist ebenfalls unmoralisch. Solche Entscheidungen zwingen Menschen dazu, sich zwischen der Flucht und der Rückkehr in die Heimat zu entscheiden und dabei zumindest ihre Gesundheit und ihre persönliche Zukunft zu riskieren. Das jüngst vom ukrainischen Parlament verabschiedete Gesetz verstößt gegen die Rechte und stürzt Hunderttausende ukrainischer Männer im Ausland in Unsicherheit. Die bestenfalls indifferente Reaktion der europäischen Regierungen ist zu kritisieren. Wir müssen die deutsche Politik auffordern, sich mit aller Kraft und mit allem Druck dafür einzusetzen, dass alle Bürgerinnen und Bürger kriegführender Staaten den Kriegsdienst verweigern und den Krieg vermeiden können.

Wir sollten deutlich machen, dass die Bedrohung für unsere Zukunft heute nicht von einer bestimmten Nationalität, Kultur oder Religion ausgeht. Die Bedrohung für unsere Zukunft liegt allein in der ungeheuerlichen sozialen Ungleichheit, der Politik der Spaltung und der selektiven Durchsetzung von Rechtsansprüchen. Und die einzige Möglichkeit, diese Bedrohung zu bekämpfen, besteht darin, die Politik der Spaltung abzulehnen, die andere Seite nicht als Feind zu brandmarken und die Rückkehr zum Dialog zu fordern. Zu einem Dialog, der es ermöglicht, den Vormarsch der extremen politischen Kräfte in Russland und in der Ukraine aber auch in Israel, in Europa und in den USA zu stoppen. Die Demokratie ist wirklich weltweit bedroht, und nur eine weltweite Ablehnung konfrontativer Politik kann den Radikalen den Wind aus den Segeln nehmen, die Demokratien sichern und etwas gerechtere Welt schaffen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Rede von Jewgenij Arefiev, Kriegsdienstentzieher aus Russland, Sprecher der Gruppe Münster der DFG-VK (als Video: MünsterTube)

Guten Tag! Ich freue mich sehr, dass wir heute hier in Münster gemeinsam für das internationale Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung demonstrieren, international!

Bald feiern wir 75 Jahre Grundgesetz. Es ist geprägt von den Lehren aus Krieg und Faschismus. Der Geist von „Kriegsertüchtigung“ sollte besiegt und die Menschen zur Demokratie und zum Frieden befähigt werden, nicht zum Marschieren und Schießen, die Kriegsgewinnler sollten entmachtet werden, nicht die Kriegsgegner:innen schikaniert.

Im Grundgesetz steht: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen. Und außerdem: (…) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (…) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. (…)

Für den Frieden brauchen wir nicht neue Waffen, sondern die Verbrüderung und Verschwesterung von allen Menschen, die soziale Gerechtigkeit und Frieden wollen! Ich habe das selbst erlebt. Ich bin 1994 vor 30 Jahren mit 22 aus der russischen Partnerstadt von Münster – Rjasan – zum Studium nach Münster gekommen. Das war dank der Friedenspolitik von Michail Gorbatschow möglich. Er hat die Truppen aus Afghanistan 1989 nach dem 9-jährigen Krieg abgezogen und den Krieg damit beendet. Und für die Zeit des Studiums wurde ich vom Militärdienst befreit, bis zum Alter von 27 Jahren. Ich habe mich nicht beeilt, das Studium davor abzuschließen, habe mich in der Hochschulpolitik engagiert, u.a. für die Zivilklausel – Studium, Lehre und Forschung sollen friedlichen Zwecken dienen.

In der Sowjetunion wurde ich bereits als Schüler auf den Militärdienst und auf den Krieg in der Kaserne und in der Schule vorbereitet, habe gelernt zu schießen. Ich habe mich über das Ende von heißen und kalten Kriegen deswegen sehr gefreut. Wir haben die Völkerverständigung gelebt, in Rjasan und in Münster. 1993 habe ich die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Rjasan und Münster initiiert und 1994 angefangen, am Institut für Politikwissenschaft der Uni Münster in dem Projekt zu arbeiten. Jetzt liegt die städtepartnerschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Russland auf Eis, auch zwischen Münster und Rjasan. Wie soll dieser Abbruch von zivilgesellschaftlichem Austausch uns dem Frieden näherbringen?

Die Politik muss endlich der Friedenslogik und nicht der Kriegslogik folgen!

Ich engagiere mich in der Friedensbewegung in Münster seit dem völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Krieg der Bundesrepublik Deutschland gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999, im März waren 25 Jahre lang, dem bereits vergessenen Krieg nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Europa, mit uranabgereicherter Munition, die nachhaltig tötet. Jetzt wird in der Ukraine die uranabgereicherte Munition aus den USA eingesetzt.

Ich war Zeuge, wie eine aus Serbien nach Münster geflüchtete Frau auf die Frage der Ausländerbehörde, warum sie nach Deutschland gekommen sei, geantwortet hat: „Ich bin vor deutschen Bomben geflohen.“ Daraufhin wurde die Befragung abgebrochen. Die Wahrheit hört man nicht gerne. Wir müssen die Kriegsursachen bekämpfen und nicht die Geflüchteten!

Jeder Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit! Im Krieg gibt es keine Gewinner:innen, sondern nur Verlierer:innen, außer dem militärisch-industriellen Komplex.

Menschenrechte für Alle! – Das internationale Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung muss vor allem im Krieg eingehalten werden! Die ukrainischen Studierenden an den Hochschulen in Deutschland sollen aus der Ukraine ungehindert ausreisen dürfen! Wir fordern Schutz und Asyl für alle Deserteurinnen und Deserteure, Kriegsdienstgegnerinnen und Kriegsdienstgegner, Kriegsdienstentzieherinnen und Kriegsdienstentzieher, Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner! Ein Krieg muss als Krieg bezeichnet werden dürfen! Hoch die internationale Solidarität!

Die Waffenlobbyistin Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, FDP, hat im Interview dem YouTube-Kanal “Jung & Naiv” gesagt, sie würde ihren eigenen Sohn nicht in den Krieg schicken. Die Ukraine soll aber bis zum letzten Mann kämpfen. Für Deutschland. Mit deutschen Waffen. Vom deutschen Boden soll nie wieder Krieg ausgehen! Aber wo bleibt dann die notleidende Wirtschaft und die Ressourcen am Hindukusch, Struck, Strack-Zimmermann?

Ein ukrainischer Freund hat mir erzählt, er habe Putin verstanden und sei 3 Tage vor dem 24. Februar 2022 mit seiner Ehefrau und 2 kleinen Kindern nach Deutschland geflüchtet. Danach war sein Haus zerstört. Jetzt sagt er, er habe „Pistolerius“ verstanden, den deutschen Verteidigungsminister, demnächst Kriegsminister? Oder ist Deutschland nicht längst Kriegspartei? Nach dem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages vom 16. März 2022 heißt es, wenn Deutschland die ukrainischen Soldaten auf dem deutschen Boden an schweren Waffen ausbildet, spätestens dann ist Deutschland Kriegspartei. Letztes Jahr hat Deutschland damit angefangen. Nachdem Pistorius gesagt hat, Deutschland müsse kriegstüchtig werden, hat der ukrainische Freund von mir ihn verstanden und sucht jetzt für sich und seine Familie ein anderes, ein sichereres Land.

Kurz nach dem 24. Februar 2022 hat die ARD-Tagesschau einen Ukrainer interviewt, der in seiner Muttersprache gesagt hat, die ich auch verstehe: „Die da oben sollen sich einigen! Unsere Kinder sterben!“. Das wurde in dieser Tagesschau nicht ins Deutsche übersetzt. Dabei ist die Botschaft so wichtig: 

Frieden schaffen ohne Waffen rettet Leben!

Es sterben aber jetzt jeden Tag Tausende Menschen im Krieg, weltweit! Und dieser Stellvertreterkrieg in der Ukraine wird zynisch „Abnutzungskrieg“ genannt. Es wird ein Sieg der Ukraine gegen Russland gefordert, Sieg für Deutschland, Sieg für die Freiheit. Wie stellt man sich diese Freiheit vor und wessen Freiheit soll das sein? Was nützt diese Freiheit den Toten und den Überlebenden? Heißt es nicht aus der deutschen Geschichte lernen: “Lieber rot als tot!”?

Kann eine Atommacht überhaupt besiegt werden? Bringen noch mehr Atomwaffen eine Abschreckung oder Schrecken ohne Ende? Die Atomwaffen müssen vernichtet werden, bevor die Menschheit vernichtet wird! – Hiroshima und Nagasaki mahnen. Unser schöner Planet Erde wird durch Kriege zerstört. Warum sollen wir wegen der Grenzen, für die nationalistischen Wirtschaftsinteressen der Oligarchen sterben? Wie schön wäre die Erde ohne Grenzen, so wie der erste Mensch im All – auf Russisch und auf Griechisch „Kosmos“ – Juri Gagarin sie gesehen hat! Blau, grün, einfach schön.

Dieser Krieg muss so schnell wie möglich enden. Deswegen ist es notwendig, die Politik von immer tödlicheren Waffenlieferungen zu beenden. Die diplomatische Initiative muss her.

Bedürfnisse von Menschen, die Rettung des Klimas, humanitäre Hilfe tun not und nicht die Geopolitik. „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“, hat Bertolt Brecht gesagt. Deswegen bin ich gerne Pazifist und kein „gefallener Engel“, wie Kanzler Scholz behauptet hat.

Hiermit schließen wir unseren Friedensvertrag! (Reichen der Hand an Andrii Konovalov, Händedruck) Frieden heißt „mir“ auf Russisch und Ukrainisch, was auch Welt bedeutet. Frieden der Welt!

Die Rede von Guido Grünewald, Vorstandsmitglied des European Bureau for Conscientious Objection (EBCO) (als Video: MünsterTube)

Guido Grünewald, Vorstandsmitglied des European Bureau for Conscientious Objection (EBCO) – Rede bei der Kundgebung in Münster am 17. Mai 2024 im Rahmen der Freitagsmahnwache „Nein zum Krieg! Frieden schaffen ohne Waffen!“

Hallo und guten Nachmittag,

ich freue mich, dass ich heute hier sprechen darf. Vor 2 Tagen, am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung, abgekürzt EBCO, den aktuellen Jahresbericht über die Lage der Kriegsdienstverweigerung in Europa veröffentlicht. EBCO, gegründet 1986 mit Sitz in Brüssel, ist ein Netzwerk von Kriegsdienstverweigerungs-Organisationen. Das Büro ist Mitinitiator der #ObjectWar Campaign, in deren Rahmen diese Kundgebung stattfindet, und arbeitet mit Connection e.V., der War Resisters‘ International und dem Internationalen Versöhnungsbund eng bei der Förderung und Verteidigung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung sowie der Unterstützung einzelner Verweigerer zusammen. Das betrifft auch die neue globale Aktion #RefuseWar, über die andere heute informieren.

Die EBCO-Jahresberichte beschränken sich bewusst auf die Entwicklungen in den Mitgliedstaaten des Europarats inclusive Belarus und Kosovo (ehemalige Beitrittskandidaten) und Russland (2022 ausgetreten).  Die Bilanz ist besorgniserregend: Der Druck auf Kriegsdienstverweigerer und das Recht auf Verweigerung nimmt zu. Das trifft natürlich in erster Linie auf Russland, die Ukraine und auch Belarus zu. Belarus ist zwar bisher keine direkte Kriegspartei, allerdings befürchten dort viele, dass der Diktator Lukaschenko das Land doch noch an der Seite Russlands in den Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Alle drei Staaten sind hochmilitarisierte Kriegsgesellschaften mit hoher Korruption und einer staatlich orchestrierten Feindbildpropaganda, die abweichende Ansichten und erst recht Kriegsgegnerschaft als Ausdruck von Feindunterstützung klassifiziert. Die Zugriffsmöglichkeiten auf Wehrpflichtige wurden im vergangenen Jahr erweitert, u.a. durch Verlängerung des Wehrpflichtalters, Senkung der Gesundheitsanforderungen und die geplante elektronische Zustellung des Einberufungsbescheids. Wiederholt mussten wir Berichte über gewaltsame Rekrutierungen und die Strafverfolgung von Verweigernden zur Kenntnis nehmen. In Belarus wird die Zahl der Männer, die sich dem Wehrdienst entzogen haben, auf 5.000 geschätzt. Viele von ihnen sind ins benachbarte Litauen geflohen. Dort werden Deserteure allerdings vom litauischen Verteidigungsministerium als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft. 300 Verweigerern wurde bisher auf dieser Grundlage Asyl verwehrt; ihnen droht die Zurückschiebung nach Belarus, wo sie hohe Strafen bis schlimmstenfalls die Todesstrafe erwarten. Aktuell gibt es Bestrebungen, diese Praxis gesetzlich zu verankern; das würde die Gefahr für belarussische Kriegsdienstgegner stark erhöhen. Olga Karatch, EBCO-Vorstandsmitglied und Leiterin der zivilgesellschaftlichen Organisation Nash Dom (Unser Haus), setzt sich im litauischen Exil unermüdlich für geflüchtete belarussische Kriegsdienstgegner ein. Auch ihr und ihrem Ehegatten wird sicheres Asyl verwehrt, obwohl ihr in Belarus in bislang 16 Gerichtsurteilen „Extremismus“ vorgeworfen wird und ihr dort hohe Strafen drohen. Gestern erhielt ich die schlimme Information, dass Olgas Ehemann Oleg Borschtschewski sein über Nacht benötigtes Lungenbeatmungsgerät zurückgeben muss, da er als nicht-anerkannter Geflüchteter vom Nationalen Gesundheitsdienst keine Leistungen erhält.

In diesem Fall können wir, so meine ich, unmittelbar helfen. Olga und Oleg können das Beatmungsgerät für 2.200 Euro kaufen. Ich selbst habe heute einen größeren Betrag überwiesen und bitte Euch ebenfalls um einen Spendenbeitrag. Wir werden den gesammelten Betrag dann auf einem sicheren Weg direkt an Olga Karatch transferieren. Nach Beendigung meiner Ansprache werde ich mit der Mütze herumgehen, wenn Ihr etwas beitragen möchtet, herzlich gerne.

Die Zahl der russischen Männer, die sich dem Kriegsdienst entzogen haben, liegt Schätzungen zufolge bei 250.000. Auf dem Papier gibt es in Russland nach wie vor ein Recht auf Verweigerung des Wehrdienstes, in der Praxis wird mit seltenen Ausnahmen der Zugang zum Alternativdienst regelmäßig verwehrt. Die Bewegung der Kriegsdienstverweigerer in Russland und Saŝa Belik, einer ihrer Protagonisten und Mitglied im EBCO-Vorstand, die seit Beginn des Angriffskriegs hauptsächlich im Exil tätig sind, wurden im Juni 2023 als „ausländische Agenten“ eingestuft. Das hat u.a. ihre Möglichkeiten zur Sammlung von Spenden stark eingeschränkt. Russische Kriegsdienstgegner:innen sind vor allem in benachbarte ehemalige Sowjetrepubliken geflohen; dort erhalten sie allerdings nur ein begrenztes Aufenthaltsrecht und sind vor Abschiebungen nicht sicher. In die EU schaffen sie es nur in seltenen Fällen, zusätzlich stellen die Gerichte dort hohe individuelle Beweisanforderungen. Darüber und zu unseren Forderungen im Rahmen der #ObjectWarCampaign werden andere heute sprechen. Ukrainische Wehrpflichtige, die in die EU gelangt sind, genießen hier auf Grundlage der sogenannten „Massenzustrom-Richtlinie“ bis März 2025 Schutz. Danach dürfte ihre Situation schwierig werden, denn die ukrainische Regierung erhöht den Druck auf Wehrpflichtige im Ausland und verlängert Pässe – wie übrigens auch Belarus – nicht mehr bei Konsulaten, sondern nur noch im Land selbst. Wer wehrpflichtig ist und zur Passverlängerung nach Belarus oder in die Ukraine einreisen würde, könnte das Land allerdings nicht mehr verlassen und würde wahrscheinlich sofort zum Kriegsdienst gezwungen. Das ohnehin stark einschränkte verfassungsmäßige Recht auf Kriegsdienstverweigerung hat die ukrainische Regierung unter Kriegsrecht gleich ganz abgeschafft. Mindestens 24 Verweigerer wurden seit Kriegsbeginn angeklagt und teils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Yurii Scheliaschenko, sehr aktiver Generalsekretär der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung und EBCO-Vorstandsmitglied, wird seit Sommer 2023 schikaniert. Sein Computer, Smartphone und Unterlagen wurden beschlagnahmt, er steht seitdem unter nächtlichem Hausarrest. Die Behörden werfen dem Radikalpazifisten Yurii entgegen allen Fakten eine „Rechtfertigung der russischen Aggression“ vor, für den 11. Juni ist ein Strafprozess anberaumt. Ganz offenkundig soll hier ein aktiver und kompetenter Kriegsgegner mundtot gemacht und kaltgestellt werden, notfalls durch Strafverurteilung per Rechtsbeugung. Auf Betreiben des Ukrainischen Sicherheitsdienstes hat das Justizministerium außerdem kürzlich bei Gericht das Verbot der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung beantragt.

Doch nicht nur in den Kriegsländern stehen Dienstverweigerer unter Druck. Auch wenn ich mich hier auf Europa beschränke, möchte ich beispielhaft für andere Weltgegenden die Kriegsdienstverweiger:innen in Israel erwähnen, die heftig angegriffen werden und sich bravourös dem Krieg und der Besatzung entziehen. Ernsthafte Probleme in Staaten des Europarats gibt es u.a. in folgenden Ländern: Aserbaidschan (kein Alternativdienst verfügbar), Litauen (nur waffenloser Wehrdienst ist möglich), Armenien (Zivildienst wohl nur für Zeugen Jehovas zugänglich) und Griechenland, wo nicht-religiösen Verweigerern immer noch weitgehend die Anerkennung verwehrt wird. Besonders schlimm ist die Situation in der Türkei, wo es kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung gibt und wo Verweigerer ihrer grundlegenden Bürgerrechte beraubt werden; das führt in der Konsequenz zu einer Art zivilem Tod. Und natürlich setzen die zunehmenden Vorbereitungen auf eine weiteren Krieg in Europa die Kriegsdienstverweigerung in vielen Staaten unter Druck. In Ländern wie Lettland, Schweden, Estland und Dänemark kam bzw. kommt es zur Wiedereinführung der Wehpflicht, ihrer Ausdehnung auf Frauen oder zur Verlängerung des Wehrdienstes, in anderen Staaten – auch bei uns – wird eine erneute Wehrpflicht ernsthaft diskutiert. Neben der allgemeinen gewaltigen Steigerung der Rüstungsausgaben zeigt sich in vielen Staaten ein deutlich zunehmender Einfluss des Militärs auf das Erziehungssystem, beispielhaft genannt seien hier neben den drei Kriegsstaaten Frankreich, Kroatien und Schweden. Außerdem gib es Bestrebungen – beispielsweise in Finnland, Lettland und der Schweiz -, den Alternativdienst unter dem Stichwort Gesamtverteidigung eng mit der Zivilverteidigung zu verzahnen.

Die Außerkraftsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung in der Ukraine, also in einer Kriegssituation, in der das Gewissen ja gerade geschützt sein soll, stellt sicher einen vorläufigen Tiefpunkt dar. Glücklicherweise hat sich die internationale Rechtsprechung in den letzten Jahrzehnten deutlich zugunsten der Kriegsdienstverweigerung entwickelt, auch aufgrund der intensiven Lobbyarbeit internationaler Kriegsdienstverweigerungs-Organisationen. Die internationale Rechtsprechung postuliert eindeutig, dass es sich beim Recht auf Kriegsdienstverweigerung um ein unabdingbares Menschenrecht handelt, das auch in Zeiten eines öffentlichen Notstands nicht außer Kraft gesetzt werden darf. Ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zugunsten des nordzyprischen Verweigerers und EBCO-Vorstandsmitglieds Murat Kanatli hat diesen Tenor jüngst bekräftigt. Positiv stimmt auch, dass in der Jugenderklärung zu 75 Jahren Menschenrechte, die auf Initiative des UN-Hochkommissars für Menschenrechte anlässlich des 75. Jahrestags der Allgemeinen Menschenrechtserklärung im Dezember 2023 veröffentlich wurde, ein diskriminierungsfreies Recht auf Kriegsdienstverweigerung für alle Menschen gefordert wird. Und wenn in Finnland im vergangenen Jahr 1650 Reservisten die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer  beantragten – 2022 waren es sogar 3.800 – oder bei uns im Jahr 2023 mehr als 500 Menschen in Anbetracht der Wehrpflichtdiskussion sozusagen auf Vorrat einen Verweigerungsantrag stellten, sind das weitere positive Zeichen. Dennoch, insgesamt stehen die Zeichen auf Gegenwind; ohne kämpferischen Einsatz werden wir das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nicht verteidigen können.

Da ja leider zwei Redner ausgefallen sind, werde ich an dieser Stelle die zentralen Forderungen der #ObjectWarCampaign vortragen:

Allen, die sich dem Krieg verweigern, muss Schutz gewährt werden – sowohl aus der Ukraine als auch aus Russland und Belarus.

  • Wir fordern von den Regierungen Russlands, Belarus‘ und der Ukraine: Stellen Sie die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerer*innen und Deserteur*innen umgehend ein!
  • Wir fordern von der EU und der Bundesregierung: Öffnen Sie die Grenzen! Geben Sie Kriegsgegner*innen die Möglichkeit der Einreise in die Europäische Union! Schützen Sie Kriegsdienstverweigerer*innen und Deserteur*innen aus Russland, Belarus und der Ukraine und geben Sie ihnen Asyl!

Musikbeiträge von Claudia Lahn als Video: MünsterTube

  1. „Masters of War“ (Text: Bob Dylan, Musik: Folk/Jean Ritchie)
  2. „Der Pfahl“ (Text und Musik: Lluis Llach, dt. Nachdichtung: Oss Kröher)
  3. „Der Graben“ (Text: Kurt Tucholsky, Musik: Hanns Eisler)

Bild (Jewgenij Arefiev): Musikerin Claudia Lahn

Bild: Andrii Konovalov, Hugo Elkemann, Guido Grünewald und Jewgenij Arefiev

Bild (Jewgenij Arefiev): Moderator am Mikro: Hugo Elkemann (Friedenskooperative Münster); hinter der Kamera: Lothar Hill (MünsterTube)


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PM: Aktionswochen Kriegsdienstverweigerung ist Menschenrecht: Münster Fr. 17. Mai, weltweit bis 1. Juni

Zur Kundgebung in Münster am Freitag, den 17. Mai um 15 Uhr im Rahmen der Freitagsmahnwache „Nein zum Krieg! Frieden schaffen ohne Waffen!“ vor dem Friedenssaal im Rathaus des Westfälischen Friedens Münster am Prinzipalmarkt 10 laden ein: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner:nnen Münster; Friedenskooperative Münster; pax christi Münster; Graswurzelrevolution, Antimilitaristische Aktion Münster u.a.

Es sprechen:

– Andrii Konovalov, ukrainischer Kriegsdienstentzieher, Student an der Uni Köln
– Jewgenij Arefiev, Kriegsdienstentzieher aus Russland; DFG-VK Münster
– Dr. Guido Grünewald, Vorstandsmitglied des EBCO (European Bureau for Conscientious Objection)
– Dr. Bernd Drücke, Koordinationsredakteur der Monatszeitung „Graswurzelrevolution“
– Isaak Rose, Antimilitaristische Aktion Münster

Musikalische Begleitung: Claudia Lahn

Moderation: Hugo Elkemann (Friedenskooperative Münster)

Zu den Aktionswochen rufen bundesweit und transnational mehr als 30 Organisationen auf.

Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht!
Kriegsdienstverweiger:innen brauchen Asyl!
Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit!

Wir fordern von den Regierungen weltweit:

Stellen Sie die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerer:innen, Kriegsdienstentzieher:innen, Deserteur:innen und Kriegsgegner:innen umgehend ein!
Entlassen Sie inhaftierte Kriegsgegner:innen!
Erkennen Sie das unveräußerliche Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung an!

Wir fordern von der EU und der Bundesregierung:

Öffnen Sie die Grenzen! Geben Sie Kriegsgegner:innen die Möglichkeit der Einreise in die Europäische Union! Schützen Sie Kriegsdienstverweigerer:innen, Kriegsdienstentzieher:innen, Kriegsgegner:innen und Deserteur:innen und geben Sie ihnen Asyl!

Aktionen und Veranstaltungen vom 7. Mai bis 1. Juni in Berlin, Bremen, Büchel (25.5.), Frankfurt/M. (Mi. 15.5.), Fritzlar (Fr. 24.5.), Greifswald, Hamburg, Halle (Saale), Kiel, Leipzig, Mannheim, Marburg (Mi.15.5.), Münster (Westf.), Potsdam, Rostock, Schwerin, Stuttgart, Tribsees (Vorpommern), Weiden (Oberpfalz); Vilnius; Amsterdam; Wien; Székesfehérvár; Diyarbakır, İzmir; Online …

Globale Aktion #RefuseWar

Internationale Kampagne anlässlich des Internationalen Tages der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai 2024 mit öffentlichen Verweigerungs- und Solidaritätserklärungen, um Widerstand gegen den Kriegsdienst und/oder die Solidarität mit Kriegsdienstverweigerer:innen, Kriegsdienstentzieher:innen, Deserteur:innen und Kriegsgegner:innen weltweit zu erklären. Beteiligung möglich direkt bei der Kundgebung oder wie hier beschrieben: https://de.connection-ev.org/article-4078

Vollständiger Aufruf zu den Aktionswochen und mehr zu den Aktionen in den einzelnen Orten:

https://objectwarcampaign.org/2024/05/04/aktionswoche-zum-internationalen-tag-der-kriegsdienstverweigerung-15-mai/#more-1492

https://dfg-vk.de/aufruf-zur-aktionswoche-zum-internationalen-tag-der-kriegsdienstverweigerung

Friedensbewegte Grüße!
Jewgenij Arefiev
Ehrenamtlicher Geschäftsführer/Sprecher der Basisgruppe Münster, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) e.V.
c/o Soziokultur Achtermannstraße e.V. (vormalig cuba e. V.)
Achtermannstr. 10, 1. OG
48143 Münster
Tel.: +49(0)25114967080
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